Juliane Schenk erreichte zum fünften Mal in sechs Wochen das Halbfinale eines hochrangigen Turniers. Archivbild: Brahms
Hongkong Open: Juliane Schenk ist schon wieder im Halbfinale
Von Bernd-Volker Brahms
23.11.2012 - Es ist der Wahnsinn: Juliane Schenk (EBT Berlin) hat beim Super Series-Turnier in Hongkong (350.000 US-Dollar Preisgeld) wieder das Halbfinale erreicht. Die 29-jährige Vize-Europameisterin, Nummer vier der Weltrangliste, besiegte nach 40 Minuten die ungesetzte Thailänderin Porntip Buranaprasertsuk (21) mit 21:16, 21:16. Im Viertelfinale ausgeschieden ist dagegen der 28-jährige Europameister Marc Zwiebler (BC Beuel), der mit 17:21, 21:19, 17:21 gegen den Indonesier Tommy Sugiarto (24) unterlag. "Das war heute nicht mein Tag", sagte der sechsfache deutsche Meister nach der Partie in Hongkong.
Juliane Schenk hat einen wahren Lauf, wie man unter Sportlern sagt. Die Deutsche konnte in Hongkong innerhalb von sechs Wochen zum fünften Mal in Folge die Vorschlussrunde bei einem Topturnier erreichen. Mit beeindruckender Konstanz schlägt sie nicht nur tiefer eingestufte Gegnerinnen sondern auch die Topstars. Im Halbfinale könnte es - wie schon vor einer Woche bei den China Open - ein Aufeinandertreffen mit Weltmeisterin Wang Yihan (China) geben, die ihr Viertelfinale erst noch gewinnen muss. Allerdings hatte Juliane Schenk in dieser Woche auch etwas Glück, um so weit im Turnier vorzudringen. In der zweiten Runde stand sie gegen die 21-jährige Chinesin Chen Xiao Jia kurz vor dem Aus und musste beim Stand von 14:21, 20:21 sogar einen Matchball abwehren. Als Schenk kurz danach selber einen Satzball hat, rutschte die Chinesin derart unglücklich aus, dass sie das Spiel aufgeben musste. Schenk hatte in diesem Jahr bereits viermal gegen die Chinesin gewonnen.
Marc Zwiebler war dagegen fulminat ins letzte Super Series-Turnier des Jahres gestartet und konnte in der ersten Runde den Ex-Weltmeister von 2010, Chen Jin (China), mit 21:14, 21:14 aus dem Turnier werfen. Der sechsfache deutsche Meister konnte sich damit auch für die Dreisatzneiderlage bei den Olympischen Spielen in London revangieren. Im Viertelfinale gegen Tommy Sugiarto, dem Sohn des legendären Icuk Sugiarto (Weltmeister 1983), hatte Zwiebler alle Chancen, um nach anderthalb Jahren mal wieder ins Halbfinale eines Super Series-Turniers vorzudringen. Im ersten Satz verspielte er eine 14:8-Führung und auch im entscheidenen dritten Satz lag Zwiebler beim Seitenwechsel bereits mit 11:8 vorne, ehe der Indonesier davonzog. "Ich hätte den ersten Satz einfach gewinnen müssen", sagte Zwiebler. Nun könne er nur hoffen, es beim nächsten Mal besser hinzubekommen. Zuletzt hat er im März 2011 bei den All England im Halbfinale eines Super Series gestanden.